Findelkind "Johannes" in Schillig; Anklage gegen Mutter wegen Aussetzung erhoben
Gegen die 26jährige Mutter des Findelkindes "Johannes" hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg Anklage vor dem Amtsgericht Jever wegen Aussetzung erhoben. Der jungen Kenianerin wird vorgeworfen, am Morgen des 08.08.2007 ihren Sohn unmittelbar nach der Geburt auf dem Gelände der Sankt Nikolai-Kirche in Schillig abgelegt und unversorgt zurückgelassen zu haben.
Der dunkelhäutige, nur in eine weiße Strickjacke gehüllte Säugling war am späten Vormittag desselben Tages entdeckt worden. Er war stark unterkühlt und musste einige Tage im Krankenhaus behandelt werden, ehe er in eine Pflegefamilie gegeben werden konnte. Die Ärzte im Krankenhaus hatten ihm den Namen "Johannes" gegeben.
Die Angeschuldigte war im März 2007 als Au-pair nach Deutschland gekommen und hatte mit ihrer Gastfamilie aus Hessen im August 2007 Urlaub in Schillig gemacht.
Ein Hinweis aus Hessen hatte die Ermittler ca. ein Jahr nach der Tat auf die Spur der Angeschuldigten gebracht, deren Aufenthaltsort zunächst unbekannt war. Die Angeschuldigte meldete sich über einen Verteidiger selbst bei der Staatsanwaltschaft. Sie hat die Tat gestanden.
Dr. Frauke Wilken
Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Oldenburg
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