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Presseinformation der Staatsanwaltschaft Oldenburg: Anklage gegen ehemaligen Krankenpfleger wegen mehrfachen Mordes erhoben

Presseinformation Nr. 01/14 vom 21.01.2014 der StA Oldenburg

OLDENBURG - DELMENHORST. Wegen Mordes in fünf Fällen hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen einen 37-jährigen Mann Anklage zum Landgericht Oldenburg erhoben.

Der Angeschuldigte war in der Zeit von März 2003 bis Juni 2005 auf der Intensivstation im Klinikum Delmenhorst als Krankenpfleger beschäftigt. Während dieser Zeit soll er in fünf Fällen ohne entsprechende medizinische Indikation Patienten ein Medikament mit dem Wirkstoff Ajmalin injiziert haben, um so Herzrhythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern und Blutdruckabfall auszulösen. Das Tatmotiv des Angeschuldigten soll der Wunsch gewesen sein, seine Fähigkeiten im Bereich der Reanimation präsentieren zu können. Außerdem habe er durch die Herbeiführung von Notsituationen von ihm empfundene Langeweile bekämpfen wollen. Dabei soll er das Misslingen der Reanimationen und den Tod der Patienten billigend in Kauf genommen haben. In drei der fünf zur Anklage gebrachten Fälle soll sein Handeln zum Tod der Patienten geführt haben. In den zwei weiteren Fällen wird ihm ein entsprechender Versuch zur Last gelegt.

Der Angeschuldigte ist bereits am 23.06.2008 aufgrund eines vergleichbaren Tatvorwurfs durch das Landgericht Oldenburg wegen versuchten Mordes zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt worden, die er gegenwärtig verbüßt. Aufgrund der Berichterstattung über das damalige Verfahren ergaben sich Hinweise auf mögliche weitere Taten des Angeschuldigten, woraufhin das nun zur Anklage gebrachte Verfahren eingeleitet wurde. Es schlossen sich umfangreiche Untersuchungen an, insbesondere die Exhumierung und anschließende Obduktion von acht während der Dienstzeit des Angeschuldigten verstorbenen Patienten. Bei fünf Verstorbenen wurde ebenfalls der Wirkstoff Ajmalin nachgewiesen, obwohl sie nicht mit einem entsprechenden Medikament behandelt wurden. Der Angeschuldigte soll seine Verantwortlichkeit für diese Taten in Gesprächen mit Mitgefangenen eingeräumt haben. Gegenüber den Ermittlungsbehörden hat er die Vorwürfe bestritten.

Das Landgericht Oldenburg hat über die Eröffnung des Hauptverfahrens noch nicht entschieden. Im Falle einer der Anklage entsprechenden Verurteilung droht dem Angeschuldigten neben einer lebenslangen Freiheitsstrafe auch die Anordnung von Sicherungsverwahrung.

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