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Haftbefehl gegen mutmaßlichen Angreifer in Harener Bistro erlassen

Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Osnabrück vom 06.12.2017


Opfer erliegt im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen

In der Nacht vom 01. auf den 02.12.2017 kam es in einem Bistro in Haren (Ems) zu einem körperlichen Angriff auf einen Bistrobesucher, der hierdurch lebensbedrohlich verletzt wurde. Der 40-jährige Mann erlag nun in der Nacht vom 05.12.2017 auf den 06.12.2017 im Krankenhaus seinen Ver­letzungen.

Die polizeilichen Ermittlungen richten sich gegen zwei 24- bzw. 47-jährige polnische Beschuldigte. Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen wurde jedenfalls einer der beiden stark alkoholisierten Beschuldigten durch den Wirt aufgefordert, das Bistro zu verlassen. Im weiteren Verlauf soll der ältere Beschuldigte das an der Theke sitzende Opfer angesprochen haben, wobei er seinen Arm auf die Schulter des Opfers gelegt haben soll. Der jüngere Beschuldigte soll dann hinzugekommen und dem Opfer unvermittelt mehrere Schläge in das Gesicht versetzt haben, wodurch das Opfer von seinem Barhocker zu Boden fiel und dort bewusstlos liegenblieb. Die beiden Beschuldigten sollen daraufhin das Bistro verlassen haben. Das Opfer musste noch im Bistro reanimiert werden und wurde in lebensbedrohlichem Gesundheits­zustand in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.

Die beiden Beschuldigten konnten kurze Zeit später ermittelt werden. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Osnabrück wurden sie zunächst nach Fest­stellung der Personalien und einer ersten Beschuldigtenvernehmung wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen, da keine Haftgründe vorlagen. Beide Beschuldigte sind strafrechtlich bislang nicht Er­scheinung getreten, bereits längere Zeit in Deutschland wohnhaft und beruflich tätig.

Nach dem tragischen Tod des Opfers war das Tatgeschehen durch die Staatsanwaltschaft rechtlich neu zu beurteilen. Es besteht nunmehr der Verdacht einer Körper­verletzung mit Todesfolge, für welche das Gesetz eine Strafandrohung von nicht unter 3 Jahren Freiheitsstrafe vorsieht. Dieser im Vergleich zur ursprünglich in Rede stehenden vorsätzlichen Körperverletzung bzw. gefährlichen Körperverletzung deutlich erhöhte Strafrahmen und die damit verbundene Straferwartung haben auch Auswirkungen auf die Beurteilung einer möglichen Fluchtgefahr als Haftgrund.

Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Osnabrück wurde daher der 24-jährige Beschuldigte, der dem Opfer die Schläge in das Gesicht versetzt haben soll, am Morgen des 06.12.2017 in Gewahrsam genommen und dem Haftrichter des Amtsgerichts Meppen vorgeführt, der gegen ihn auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft an­ordnete.

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft dauern an. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion des Leichnams angeordnet.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Christian Bagung

Staatsanwaltschaft Osnabrück
Pressesprecher
Kollegienwall 11
49074 Osnabrück
Tel: +49 541 315-3146

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